Ticketkontrolle

Hier finden Sie die öffentlich zugänglichen Richtlinien zur Fahrausweiskontrolle im ZVV des Verbundtarifes (Tarif 651.8).

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7 Richtlinie „Fahrausweiskontrolle“ (public)

7.0 Vorbemerkungen und Rechtsgrundlagen

7.000

Diese Richtlinien halten sich an massgebliche Bestimmungen folgender Gesetze und Vorschriften:

  • Bundesgesetz über die Personenbeförderung (Personenbeförderungsgesetz PBG)
  • Verordnung über die Personenbeförderung (VPB)
  • Schweizerisches Strafgesetzbuch (StGB)
  • Gesetz über den öffentlichen Personenverkehr (PVG)
  • Verbundtarif 651.8 des Zürcher Verkehrsverbunds
  • Allgemeiner Personentarif 600 und Tarif 600.5 (Reisende ohne gültigen Fahrausweis /Missbrauch, Fälschung), sofern nicht der Verbundtarif 651.8 anwendbar ist.
  • Registrierte Datensammlung Tax 600
  • Richtlinie über den Datenschutz beim ZVV-Datenpool vom 8. Mai 2013.

7.001

Gemäss Art. 20 Personenbeförderungsgesetz (PBG) in Verbindung mit Art. 57 Verordnung über die Personenbeförderung (VPB) müssen Reisende ohne gültigen Fahrausweis einen Zuschlag, nachfolgend Gebühr genannt, bezahlen. Die Höhe der Gebühr richtet sich nach dem Aufwand, den der Reisende dem Verkehrsunternehmen verursacht, nach dem mutmasslichen Einnahmeausfall und danach, ob der Reisende

a) unaufgefordert erklärt hat, er besitze keinen gültigen Fahrausweis;

b) eine Strecke benutzt, auf der er den Fahrausweis selbst hätte entwerten müssen.

Der Zuschlag kann erhöht werden, wenn die reisende Person zum wiederholten Mal keinen gültigen Fahrausweis vorweist.

Ein missbräuchlich verwendeter Fahrausweis kann eingezogen werden. Die Höhe der Gebühr, die Ausnahmefälle und die Erstattung werden in den Tarifen festgesetzt.

7.002

Die Handhabung von Kulanzen etc bei Fahr- und Vergünstigungsausweisen des nationalen Verkehrs (zBsp. Streckenabo, Gleis 7, HTA, GA etc) ist in den betreffenden nationalen Tarifen nachzuschlagen.

7.003

Im Wiederholungsfall innerhalb von 2 Jahren (ab Vorfallsdatum) erhöhen sich die Gebühren für Fahren ohne gültigen Fahrausweis. Um die Gebührenstaffelung verbundweit durchsetzen zu können, betreiben die Inkassocenter von SBB, VBZ, PostAuto und Thurbo den ZVV-Datenpool (siehe Ziffer 7.8).

7.004

Mit Ablauf von 10 Jahren verjähren Gebührenforderungen für Fahrten ohne gültigen Fahrausweis (Obligationenrecht OR, Artikel 127).

7.005

Die strafrechtliche Verfolgung bleibt gemäss Art. 20 Personenbeförderungsgesetz (PBG) vorbehalten, d.h. dass der Reisende neben der Bezahlung der Gebühr als Abgeltung für den administrativen Aufwand und den Einnahmeausfall zusätzlich mit einer Strafverfolgung rechnen muss. Die entsprechenden Strafbestimmungen finden sich in Art. 57 PBG und im Strafgesetzbuch.

7.006

Gemäss Gesetz über den öffentlichen Personenverkehr (PVG), § 17 Abs. 4 erlässt der Verkehrsverbund Richtlinien über die Fahrausweiskontrolle. Deren Anwendung und Durchsetzung obliegt den Transportunternehmungen. Nachstehende Bestimmungen regeln die Fahrausweiskontrolle im Verbundtarifgebiet.

7.007

Für Verkehrsunternehmen, die mit dem Zürcher Verkehrsverbund eine (Langfrist-) Vereinbarung oder einen Zusammenarbeitsvertrag abgeschlossen haben (SBB, BDWM, Thurbo, SOB, BRER), sind nachstehende Bestimmungen verbindlich.

7.008

Die Verkehrsunternehmen erlassen je nach den örtlichen Bedürfnissen ergänzende, betriebsorientierte Bestimmungen.

7.009

Fahrausweiskontrollen dienen der Sicherung der Einnahmen. Sie sind in allen Fahrzeugen, unabhängig vom Kontrollsystem, durchzuführen. Alle Fahrzeuge sind mit einem entsprechenden Hinweis zu versehen.

7.010

Unter „Personalien“ sind alle relevanten Angaben zur eindeutigen Identifikation des Fahrgastes zu verstehen (zBsp. gemeldeter Wohnsitz etc.)

7.011

Für die Kontrolle und Handhabung von E-Tickets gelten die Bestimmungen des T 600, Kapitel 4, T 600.5 sowie des T 695. Für die Kontrolle und Handhabung von SMS-Nachtzuschlägen gilt der T 651.31.

7.1 Fahrausweiskontrollformen

7.10

Verbundfahrausweise werden auf allen Linien innerhalb des Verbundtarifgebiets anerkannt. Züge des Fernverkehrs können mit Verbundfahrausweisen benutzt werden, sofern Start- und Zielbahnhof und der ganze Reiseweg im Verbundtarifgebiet liegen.

7.11

Im Verbundtarifgebiet werden die folgenden Kontrollformen angewendet:

7.12 Integraler Sichtbetrieb

  • S-Bahnen
  • Trams und Busse
  • Polybahn und Dolderbahn
  • Luftseilbahn Adliswil – Felsenegg

Spezialregelung Fernverkehrszüge (Billettpflicht gemäss T 600, Klassen- und Streckenwechsel sind weiterhin möglich).

7.13 Konventionelle Fahrausweiskontrolle

In allen Fällen, die nicht unter Ziffer 7.12 fallen, erfolgt die lückenlose Fahrausweiskontrolle durch das Fahrpersonal.

7.14 Grosskontrolle

Die Grosskontrolle kann bei allen oben beschriebenen Kontrollformen durchgeführt werden. Die Grosskontrolle wird durch das Fahrpersonal im Voraus angekündigt; die Kontrolle findet auch bei aussteigenden Fahrgästen sowie im Umkreis der Fahrzeugtüren auf der Haltestelle statt.

7.15 Zutrittskontrolle (Auszug aus Ziffer 100.00 des T 600, Zutritt zu den Anlagen)

Der Zutritt zu den Warteräumen und Perrons kann Personen ohne gültigen Fahrausweis untersagt werden.

7.2 Organisation

7.20 Melde- und Inkassowesen

7.200

Es werden folgende Meldeformulare verwendet:

SBB, BDWM, SOB und Thurbo:

  • Formular 7000
  • Stichkontrollzuschlag oder PP-Billett

Übrige Verkehrsunternehmen:

  • Aufforderung
  • Quittung

7.201

Die Daten werden elektronisch erfasst.

7.202

Massgebend für die Zuscheidung in den ZVV-Datenpool ist, unabhängig eines Fahrausweises, dass der Kontrollort im betreffenden Fahrzeug innerhalb des Selbstkontrollbereichs des ZVV liegt. Befindet sich dieser Kontrollort an der Verbundgrenze (kein weiterer Halteort zwischen dem Kontrollort im ZVV und der Verbundgrenze), so ist relevant, dass in Richtung ZVV gefahren wird.

Beispiele:

  • Kontrolle in Rafz, Fahrt nach Bülach: ZVV-Fall.
  • Kontrolle in Rafz, Fahrt nach Schaffhausen: Thurbo-, resp. Flextax-Fall.

Das Formular 7000 entspricht der Aufforderung, der Stichkontrollzuschlag und das PP-Billett der Quittung. Nachfolgend wird nur die Bezeichnung «Aufforderung» bzw. «Quittung» verwendet.

7.203

Die Formulare/Fahrpreispauschalen tragen den Vermerk „Gültig 1 Stunde zur Fahrt in allen ZVVZonen“.

7.204

Die Inkassostellen werden von den SBB, von der Thurbo, von den VBZ und von PostAuto geführt. Die SBB und die Thurbo besorgen das Inkasso für ihre Unternehmen, die VBZ für ihr eigenes Unternehmen und alle in ihrem Marktgebiet tätigen Verkehrsbetriebe. PostAuto ist für das Inkasso aller übrigen Verkehrsunternehmen innerhalb des Selbstkontrollbereichs des Verbundgebiets verantwortlich.

7.21 Betriebliche Organisation

7.210

Dienstpläne, Einsatzkonzepte und Grosskontrolleinsätze werden von den VBZ für ihr eigenes Unternehmen und alle in ihrem Marktgebiet tätigen Verkehrsbetriebe erstellt. Die SBB (Transportpolizei TPO) zeichnen sich verantwortlich für die entsprechenden Aufgaben bei den SBB sowie dem ZVV-Kontrollpool (c/o PostAuto Zürich, für alle übrigen Verkehrsunternehmen innerhalb des Verbundgebiets). Dienstpläne, Einsatzkonzepte und Grosskontrollen sind laufend den Bedürfnissen und den Veränderungen der Schwarzfahrerquote anzupassen.

7.22 ServiceleiterIn

7.220

Als KundenberaterInnen gelten das Kontrollpersonal und die ServiceleiterInnen.

7.221

Das Fahr- und Sicherheitspersonal sowie die Transportpolizei (TPO) kann die Aufgaben der KundenberaterInnen wahrnehmen.

7.3 Grundhaltung und Dienstkenntnisse

7.30 Grundhaltung

7.300

Die KundenberaterInnen repräsentieren das Verkehrsunternehmen und den Zürcher Verkehrsverbund. Ihr Einsatz ist präventiv, dient der Sicherung der Einnahmen und vermittelt den Fahrgästen ein Gefühl der Sicherheit. Durch überzeugende Präsenz, präzise Information und Durchsetzung des Verbundtarifs halten sie das Fahren ohne gültigen Fahrausweis in engen Grenzen.

7.301

Das Verhalten der KundenberaterInnen zeichnet sich aus durch Freundlichkeit, gute Betriebs- und Fachkenntnisse und gepflegte Erscheinung. Ihre Tätigkeit definiert sich zu einem wesentlichen Teil als aktiver Kundendienst und hat grosse Wirkung nach aussen.

7.31 Dienstkenntnisse

7.310

Die KundenberaterInnen müssen in folgenden Bereichen ausgebildet sein:

  • Tarifbestimmungen
  • Beförderungsbestimmungen
  • Fahrausweise und deren Gültigkeits- und Entwertungsmerkmale
  • Linien-, Tarifzonen- und Fahrpläne
  • massgebende Bestimmungen des Personenbeförderungs- und Strafrechts
  • alle dienstlichen Anordnungen und Mitteilungen des Verkehrsunternehmens
  • Kundenorientierung

7.4 Durchführung der Fahrausweiskontrolle

7.40 Allgemeines und Verhalten gegenüber Fahrgästen

7.400

Die Anordnungen über die Durchführung von Fahrausweiskontrollen und unternehmensbezogene Spezialaufgaben der KundenberaterInnen, namentlich die Teamgrössen, die Grosskontrolle, die Bekleidung (Zivil oder Uniform), die Zeiten, die Dispositionen und die Ausrüstung, trifft das für die Fahrausweiskontrolle zuständige Unternehmen.

7.401

In Fahrzeugen mit konventioneller Fahrausweiskontrolle ist das Fahrpersonal für die Kontrolle der Fahrausweise verantwortlich. Es ist berechtigt, bei Verweigerung der Bezahlung des Fahrpreises oder bei Missbrauch und vermuteter Fälschung die gesicherten Personalien aufzunehmen. Die Gebührenerhebung erfolgt jedoch ausschliesslich über die Inkassostelle.

7.402

Das Fahrpersonal auf Linien mit integralem oder begrenztem Sichtbetrieb kann jederzeit Fahrausweiskontrollen, auch mehrmals, durchführen. Es ist berechtigt, die gesicherten Personalien aufzunehmen, wenn der Fahrgast keinen Fahrausweis hat, die Bezahlung des Fahrpreises verweigert sowie bei Missbrauch (z. B. Angabe falscher Personalien und Adressen etc.) und vermuteter Fälschung des Fahrausweises. Die Gebührenerhebung erfolgt jedoch ausschliesslich über die Inkassostelle.

7.403

Das Fahrpersonal benötigt keinen Kontrollausweis. Die KundenberaterInnen in Zivilkleidung haben den Kontrollausweis unaufgefordert und gut sichtbar vorzuweisen. Uniformierte KundenberaterInnenzeigen den Ausweis auf Verlangen.

7.404

Die KundenberaterInnen in Zivil verhalten sich vor Eintreffen des Fahrzeugs unauffällig.

7.405

Die Fahrausweise sind sorgfältig zu prüfen hinsichtlich:

  • den räumlichen Geltungsbereich (Tarifzonen oder Anzahl Haltestellen bei Kurzstrecken)
  • die zeitliche Gültigkeit
  • die Benützungsberechtigung bei persönlichen Abonnementen (z.B. Foto und Nummer)
  • die Benützungsberechtigung bei vergünstigten Fahrausweisen (Altersnachweis, Halbtax usw.)
  • Fälschungen und Missbrauch.

Erfolgt keine Beanstandung, ist der Fahrausweis dem Fahrgast mit Dank zurückzugeben.

7.406

Bei allen Beanstandungen ist das Prinzip der Verhältnismässigkeit zu wahren.

7.407

Wenn Fahrgäste beleidigend oder provozierend werden, haben die KundenberaterInnen Ruhe zu bewahren.

7.408

Es darf niemals in die Taschen eines Fahrgastes gegriffen oder gutmeinend seine Geldbörse geöffnet werden. Fahrgäste sind nie zu duzen, sondern mit Anstand zu behandeln.

7.41 Fahrgäste ohne gültigen oder mit teilgültigem Fahrausweis

7.410

Fahrgäste, die ohne gültigen oder mit teilgültigem Fahrausweis angetroffen werden, sind freundlich, sachlich und ruhig über den Grund der Beanstandung aufzuklären. Die Personalien des Fahrgastes sind in der Regel gesichert festzustellen und vollständig zu erfassen, auch bei Barzahlenden. Die Personalien sind, wenn immer möglich, anhand eines amtlichen Ausweises festzustellen. Überprüfende Auskünfte werden bei der Inkassostelle, der Polizei oder der Einwohnerkontrolle eingeholt. Ausnahmsweise können sie auf andere geeignete Weise eingeholt werden, z.B. telefonisch bei Bekannten oder Verwandten, wozu der Fahrgast sein Einverständnis geben muss. Der Fahrgast ist zur Zahlung der Gebühr gemäss Verbundtarif und/oder des Fahrpreises aufzufordern, resp. zu informieren, dass er für den der Gebührenstaffelung entsprechenden Betrag vom Inkassocenter eine Rechnung mit Einzahlungsschein erhalten wird.

 7.411

Beharrt ein Fahrgast auf Barzahlung, so sind die so sind die Gebühr (Ansatz für den 1. Fall) und die Fahrpreispauschale einzuziehen und mit einer Quittung zu verrechnen. Der Kunde ist darauf aufmerksam zu machen, dass sich im Wiederholungsfall die Gebühr erhöht und er für den Differenzbetrag eine Zusatzrechnung erhalten wird. Die Quittung ist mit einem entsprechenden Aufdruck „Anzahlung, im Wiederholungsfall kann sich dieser Betrag erhöhen“ versehen.

7.42 Verweigerung der Angabe der Personalien

7.420

Weigert sich ein Fahrgast, die Gebühr und/oder den Fahrpreis zu bezahlen sowie seine Personalien anzugeben bzw. kann er keinen Ausweis vorzeigen und verweigert er das Einverständnis zur Einholung von geeigneten Auskünften bei Drittpersonen, ist in erster Linie betriebliche Hilfe oder die Polizei anzufordern.

7.421

Dem Fahrgast kann das Aussteigen bis zum Eintreffen der Hilfe verweigert werden. Erscheint es sinnvoll, ist mit dem Fahrgast an geeigneter Stelle auszusteigen.

7.422

Kann keine Hilfe angefordert werden, ist der fehlbare Fahrgast von der Weiterbeförderung auszuschliessen. Auf Linien mit konventioneller Fahrausweiskontrolle kann dem Fahrgast die Beförderung in jedem Fall verweigert werden.

7.423

Fahrgäste ohne festen Wohnsitz in der Schweiz sind der Polizei zu übergeben.

7.424

Kinder unter 12 Jahren und Personen mit einer Behinderung dürfen nicht über den Zielort hinaus festgehalten oder aus dem Fahrzeug gewiesen werden.

Bei Kindern unter 12 Jahren wird die Überprüfung der Identität im Fahrzeug vorgenommen. Ausnahme: Das Fahrzeug ist am Ziel des Kindes angekommen. Kann diese Regel im Ausnahmefall nicht eingehalten werden, muss sichergestellt sein, dass das Kind seine Reise in einem nachfolgenden Fahrzeug der gleichen Linie fortsetzt. Ausserhalb eines Fahrzeugs darf der Fall nicht von einer einzelnen Person bearbeitet werden.

Kinder unter 12 Jahren werden nie zur Abklärung der Identität in Dienstfahrzeugen zu einer Polizeiwache gefahren. Auch nicht mit dem Einverständnis der Kinder. Bei Bedarf wird die Polizei angehalten, vor Ort zu kommen.

7.43 Gewalt und Drohung gegen Personal

7.430

Die Personalien des Fehlbaren sind gesichert festzustellen.

7.44 Flucht von Fahrgästen

7.440

Versucht der Fahrgast nach Tätlichkeiten zu fliehen, dürfen aktive Handlungen (z.B. Festhalten) angewendet werden.

7.441

Bei im Fahrzeug angekündigten Fahrausweis- / Grosskontrollen dürfen die Fahrgäste während des Aussteigens und im Umkreis der Fahrzeugtüren auch auf der Haltestelle kontrolliert werden. Bereits im Fahrzeug angesprochene Fahrgäste dürfen im Umkreis der Fahrzeugtüren auch auf der Haltestelle kontrolliert werden.

7.45 Personen, die öffentliches Ärgernis erregen

7.450

Personen, die öffentliches Ärgernis erregen, sind diskret zum Verlassen des Fahrzeugs aufzufordern (Hilfe anbieten). Sie verlieren damit ihren Beförderungsanspruch.

7.46 Billettautomaten- und Entwerterstörungen

7.460

Macht ein Fahrgast eine Fehlfunktion eines Billettautomaten bzw. eines Entwerters geltend, sind die Personalien aufzunehmen. Dem Fahrgast ist die Aufforderung abzugeben. Entwertbare Einzelbillette und Automatenbillette sind einzuziehen.

7.461

Ergeben die Nachforschungen, dass die vom Fahrgast geäusserte Störung nicht zutrifft, erstellt die Inkassostelle eine Rechnung für die Gebühr und den Zeitaufwand für die Überprüfung des Billettautomaten oder Entwerters gemäss Ziffer 4.837.

7.47 Betriebsstörungen

7.470

Bei Betriebsstörungen ist der Fahrausweis über die befristete Zeit hinaus auch auf Umwegsfahrten anzuerkennen (interne Weisungen der einzelnen Verkehrsunternehmen).

7.48 Abgelaufene Grundkarten zu persönlichen Abonnementen

7.480

Werden gültige Abonnementskarten zusammen mit Grundkarten mit abgelaufener Geltungsdauer vorgewiesen, sind die Abonnemente trotzdem als gültig anzuerkennen, sofern die beiden Kontrollnummern übereinstimmen.Die Grundkartennummer und die abgelaufene Geltungsdauer sind durchzustreichen (resp. bei abgelaufenem Plastikabo Vermerk in Unterschriftfeld), die Reisenden sind einzuladen, sich an eine Verkaufsstelle zu wenden.

7.5 Besonderheiten

7.50 Inhaberinnen und Inhaber von persönlichen Abonnementen ZVV

7.500

Wenn der Fahrgast geltend macht, dass er ein persönliches Abonnement mit Foto besitzt, ist eine Aufforderung auszustellen. Die Aufforderung ist vom Fahrgast zu unterzeichnen. Er ist in Kenntnis zu setzen, dass er sein zum Zeitpunkt der Kontrolle gültiges persönliches Abonnement zusammen mit der Aufforderung innerhalb von 10 Tagen an einer ZVV-Verkaufsstelle vorzuweisen hat. Dabei ist die Bearbeitungsgebühr gemäss Ziffer 4.823 zu bezahlen.

7.51 Verzicht auf die Erhebung der Gebühr

7.510

Es ist vom Grundsatz auszugehen, dass die Bestimmungen über die Erhebung der Gebühr gegenüber allen Fahrgästen gleich anzuwenden sind.

7.52 Benützung der 1. Klasse mit einem Fahrausweis 2. Klasse

7.520

Bei Benützung der 1. Klasse mit einem Fahrausweis 2. Klasse ist die Gebühr für „Fahren mit teilgültigem Fahrausweis“ gemäss Ziffer 4.821 und 4.822 zu erheben.

7.53 Allein fahrende Kinder

7.530

Kinder ohne gültigen Fahrausweis sind grundsätzlich gebührenpflichtig. Kinder unter 12 Jahren, die ohne Begleitung und ohne gültigen Fahrausweis reisen, haben die Gebühr jedoch nicht sofort zu bezahlen. Wann immer möglich wird als Erstes ein Elternteil / eine Bezugsperson telefonisch über das Ereignis informiert. Ist kein Elternteil / keine Bezugsperson erreichbar, kann gemäss dem Reiseziel nach Anweisung des Kindes auch eine andere verantwortliche Person angerufen werden (Nachbarn, Hort, Kindergarten, Musikschule, etc.).

Es werden die Personalien aufgenommen; die Aufforderung wird ohne Einzahlungsschein abgegeben. Kinder unter 12 Jahren unterschreiben nicht. Die Inkassostelle sendet die Rechnung an die Eltern.

7.531

Bei Kindern ab 12 Jahren wird ordentlich verfahren. Die Personalien können telefonisch bei den Eltern überprüft werden. Die Inkassostelle informiert die Eltern über das Verhalten ihres Kindes.

7.54 Anspruch auf ermässigte Preise; Gruppen und Familien resp. Begleitpersonen

7.540

Die Gebühren und die Fahrpreispauschalen sind auch bei Anspruch auf ermässigte Preise ganz zu bezahlen. Sie werden für jeden Reiseteilnehmer erhoben, für den der Fahrpreis zu bezahlen ist.

7.55 Benützung des Nachtnetzes ohne Nachtzuschlag

7.550

Bei Benützung eines Kurses des Nachtnetzes ohne oder mit falschem Nachtzuschlag sind die Gebühr für „Fahren mit teilgültigem Fahrausweis“ sowie die reduzierte Fahrpreispauschale zu erheben. Besitzt der Fahrgast weder Fahrausweis noch Nachtzuschlag, werden die Gebühr für „Fahren ohne gültigen Fahrausweis“ sowie die volle Fahrpreispauschale erhoben.

7.56 Velos und Hunde

7.560

Besitzt der Fahrgast für das Velo oder den Hund keinen Fahrausweis, sind die Gebühr und die Fahrpreispauschale einmal gemäss Ziffer 4.820 zu erheben.

7.561

Besitzt der Fahrgast weder für sich selbst noch für das Velo und/oder den Hund einen Fahrausweis, werden sowohl Gebühr wie auch Fahrpreispauschale zweimal erhoben. Dies gilt auch, wenn der Fahrgast mehr als ein Velo und/oder mehr als einen Hund mitführt.

7.57 Missbrauch sowie Angabe falscher Personalien und Adressen

7.570

Ein Missbrauch liegt beispielsweise vor, wenn

  • ein persönlicher Fahrausweis benützt wird, der auf den Namen einer anderen Person lautet
  • auf einem zur Entwertung vorgesehenen Multikarten-Fahrausweis (z.B. MFK) 2 Entwertungen mehr vorgenommen wurden, als Entwertungsfelder vorhanden sind.
  • eine Ausweiskarte missbräuchlich verwendet wird (Behindertenkarte, Junior-Karte usw.)
  • die Grundkartennummer mit der Nummer des Abonnements oder des Ermässigungsausweises (z.B. Halbtax) nicht identisch ist
  • ein Fahrgast sich offensichtlich einer Kontrolle zu entziehen versucht, z.B. durch Flucht
  • der Fahrausweis eines bereits kontrollierten Fahrgastes vorgewiesen wird (siehe auch Ziffer 7.58)
  • falsche bzw. nicht mehr aktuelle Angaben zu seiner Identität gemacht werden (Personalien, Adresse, Geburtsdatum usw.).

7.571

Wird ein Fahrausweis beanstandet, dessen missbräuchliche Verwendung nicht ausgeschlossen werden kann, ist dieser einzuziehen und unverzüglich zusammen mit dem internen Rapport an die Inkassostelle weiterzuleiten. Für den Fahrgast ist eine Aufforderung mit gesicherten Personalien auszustellen. Die Inkassostelle teilt dem Fahrgast das Ergebnis der Abklärung mit und gibt den Fahrausweis bei nicht missbräulicher Verwendung zurück.

7.572

Ein missbräuchlich verwendeter Fahr- oder Vergünstigungsausweis wird eingezogen und unverzüglich zusammen mit dem internen Rapport an die Inkassostelle weitergeleitet. Für den Fahrgast ist eine Aufforderung mit gesicherten Personalien auszustellen. Zusätzlich zur Gebühr ist die Zusatzgebühr gemäss Ziffer 4.830 zu erheben. Strafrechtliche Massnahmen bleiben vorbehalten.

7.573

Gehört der missbräuchlich verwendete persönliche Fahr- oder Vergünstigungsausweis einer Drittperson, ist er dieser nach der Beweissicherung durch die Inkassostelle zurückzugeben.

7.58 Mithilfe zum Missbrauch

7.580

Gibt ein bereits kontrollierter Fahrgast seinen Fahrausweis an eine andere Person weiter, ist die Gebühr entweder vom bereits kontrollierten Fahrgast oder vom zu kontrollierenden Fahrgast zu erheben. Zusätzlich ist die Zusatzgebühr gemäss Ziffer 4.830 vom bereits Kontrollierten und dem zu Kontrollierenden zu erheben.

7.581

Der missbräuchlich verwendete Fahrausweis wird eingezogen und unverzüglich an die Inkassostelle weitergeleitet. Nach der Beweissicherung wird der persönliche Fahr- oder Vergünstigungsausweis dem rechtmässigen Eigentümer zurückgegeben.

7.59 Fälschung von Fahrausweisen

7.590

Fälschung liegt beispielsweise vor, wenn:

  • ein Fahrausweis unbefugt erstellt, gefälscht, verfälscht oder ergänzt wurde bzw. Radierungen aufweist
  • ein Fahrausweis vorsätzlich unleserlich gemacht wurde und nicht mehr kontrolliert werden kann

7.591

Bei vermuteter Fälschung ist der Fahrausweis einzuziehen und zusammen mit der Aufforderung unter Angabe der gesicherten Personalien unverzüglich an die Inkassostelle weiterzuleiten. Die Inkassostelle teilt dem Fahrgast das Ergebnis der Abklärung mit und gibt den Fahrausweis zurück, wenn keine Fälschung vorliegt.

7.592

Bei offensichtlicher Fälschung ist der Fahrausweis einzuziehen und zusammen mit der Aufforderung unter Angabe der gesicherten Personalien unverzüglich an die Inkassostelle weiterzuleiten. Er gilt als Beweismittel und wird nicht zurückgegeben. Zusätzlich zur Gebühr ist die Gebühr gemäss Ziffer 4.831 zu erheben. Bei Abonnementen ist im Weiteren der Fahrpreis für die Anzahl Benützungstage vom 1. Gültigkeitstag des Abonnements bis zum Kontrolltag zu erheben. Lassen sich diese Daten nicht feststellen, ist der volle Preis des Monats- bzw. Jahresabonnement zu verrechnen. Die Inkassostelle leitet strafrechtliche Massnahmen ein.

7.6 Anwendung der Gebühren

Siehe Ziffer

Vorkommnis

Zu bezahlen

7.41,
7.42,
7.46,
7.53,
7.54,
7.56,
7.57,
7.58,
7.59

 



 

7.50

Fahren ohne gültigen Fahrausweis

  • Reisender ohne Fahrausweis
  • Fahrt ausserhalb des räumlichen Geltungsbereichs des Fahraus- weises (Ausnahme siehe „Fahren mit teilgültigem Fahrausweis“)
  • Fahrt vor Beginn bzw. nach Ablauf der zeitlichen  Gültigkeitsdauer des Fahrausweises
  • Nicht entwerteter Fahrausweis
  • Velobillett fehlt
  • Fahrausweis für den Hund fehlt
  • Fahren mit einem nicht gültigen Ermässigungsausweis
  • Reisender verwendet Fahrausweis missbräuchlich
  • Reisender mit gefälschtem Fahrausweis
  • keine nahtlose Erneuerung des persönlichen Jahresabos bei beanstandeter Fahrt mit abgelaufener Geltungsdauer.

Wenn ein persönliches Abonnement nicht innerhalb der Frist von 10 Tagen an einer ZVV-Verkaufsstelle vorgewiesen (Ziffer 7.50) wird.

 


Gebühr gemäss Ziffer 4.820 und Fahrpreis- pauschale gemäss Ziffer 4.822

 

 

 

 

 

Kulanzgebühr gem. Ziffer 4.825

7.41,
7.42,
7.46,
7.52,
7.53,
7.54,
7.55,
7.56,
 

Fahren mit teilgültigem Fahrausweis

  • Fehlender Klassenwechsel
  • Fehlender/falscher Zuschlag (z.B. Nachtzuschlag)
  • Fahrausweis für falsche Kundengruppe (Fahrausweis zum halben oder ermässigten Preis ohne Berechtigung)
  • Fehlender Streckenwechsel, bzw. abweichende Strecke (jedoch gleiche Abgangs- und Bestimmungsstation - resp. Abgangs- und Bestimmungszone, anderer, direkter und vergleichbarer Weg)
  • Falsche Verkehrsmittelwahl auf Teilstrecke (z.B. Bern – Zürich Enge via Zürich HB, Teilstrecke in Zürich wird mit dem Tram zurückgelegt)

Zusätzlich sind die Ausnahmeregelungen gemäss Ziffer 4.820 zu beachten.

 

Gebühr gemäss Ziffer 4.821 und Fahrpreis- pauschale gemäss Ziffer 4.822

7.50

Bearbeitungsgebühr
  • Vorweisen des vergessenen persönlichen Monats- oder Jahres- abonnements innert 10 Tagen.
  • Nachträgliche nahtlose Erneuerung des persönlichen Jahresabonnements innert 10 Tagen.

 

Gebühr gemäss Ziffer 4.823

 

7.731

Bearbeitungsgebühr bei nicht vorweisbaren/kontrollierbaren persönlichen Fahrausweisen

Kann oder will ein Kunde bei der Kontrolle seinen Fahrausweis nicht vorweisen (zBsp. OnlineTicket vergessen, Akku des Mobiltelefons leer, Ticket nicht lesbar, Kunde will SwissPass zur Kontrolle nicht an das Kontrollpersonal aushändigen, SwissPass nicht kontrollierbar), wird einzig die Gebühr gemäss Ziffer 4.824 erhoben. Es werden keine weiteren Zuschläge verrechnet. Die dazu notwendigen Abklärungen erfolgen ausschliesslich durch das zuständige Inkasso- oder TaxCenter.

 

Gebühr gemäss Ziffer 4.824

7.731

Gebühr/Kulanz Persönliches Abo nicht/nicht rechtzeitig nachträglich vorgewiesen

Das TaxCenter stellt aufgrund der KUBA-Daten fest, dass ein persönliches Abo vorhanden ist, dieses aber nicht innerhalb der Frist von 10 Tagen an einer bedienten Verkaufsstelle vorgewiesen wurde. Für diesen Mehraufwand stellt das TaxCenter dem Kunden eine erhöhte Gebühr in Rechnung. Es werden keine weiteren Gebühren verrechnet, analog Fall «Abo vergessen»

 

Gebühr gemäss Ziffer 4.825

 

7.57,
7.58
 

Missbrauch, Angabe falscher Personalien und Adressen, Flucht

Zusätzlich zur Gebühr

 

Zusatzgebühr gem. Ziffer 4.830

7.59

Fälschung von Fahrausweisen

Zusätzlich zur Gebühr

Bei Abonnementen zusätzlich: Fahrpreis für die Anzahl Benützungs- tage vom 1. Gültigkeitstag des Fahrausweises bis zum Kontrolltag. Lassen sich diese Daten nicht feststellen, ist der volle Monats- bzw. Jahresabo-Preis zu verrechnen.

 

Zusatzgebühr gemäss Ziffer 4.831

 

Mahngebühr

Werden die Gebühren nicht innert 30 Tagen bezahlt, wird schriftlich gemahnt.

 

Zusatzgebühr gem. Ziffer 4.832

 

Strafanzeige

Die Inkassostelle stellt ohne Mahnung und Betreibung gegen den Fahrgast Strafanzeige, falls noch Gebühren aus einer früheren Fahrt ohne gültigen Fahrausweis offen sind. Ebenso ist vorzugehen, wenn es sich um den 3. (oder weitere Fälle) Fall innert 2 Jahren handelt.

Bei Missbrauch und Angabe falscher Personalien und Adresse sowie fehlendem festem Wohnsitz wird gegen den Fahrgast Strafanzeige gestellt.

Bei Fälschung von Fahrausweisen ist in jedem Fall Strafanzeige zu erstatten.

Bei Drohung und/oder Beleidigung erfolgt immer eine Strafanzeige (Offizialdelikt).

Gestützt auf das Personenbeförderungsgesetz (PBG) kann in jedem Fall von „Fahren ohne gültigen Fahrausweis“ Strafanzeige gestellt werden.

 

Zusatzgebühr gemäss Ziffern 4.833

 

Betreibung

Nach erfolgloser Mahnung leitet die Inkassostelle die Betreibung ein.

 

Zusatzgebühr gem. Ziffer 4.835

 

Betreibungsregistereintrag auf Antrag des Fahrgasts löschen

Nach Bezahlung der Gebühr beantragt die Inkassostelle die Löschung des Betreibungsregistereintrags beim zuständigen Betreibungsamt. Der Fahrgast erhält eine Kopie des Antrags.

 

Zusatzgebühr gemäss Ziffer 4.836

 

Zeittarif

Bei Mehraufwand jeglicher Art, z.B. für Nachforschungen von Adres- sen, Betreibung oder für die strafrechtliche Verfolgung usw. wird zusätzlich der Zeittarif pro Viertelstunde und pro Kontrollperson/In- kasso-MitarbeiterIn verrechnet.

 

Zusatzgebühr gemäss Ziffer 4.837

7.7 Aufgaben, Inkasso

7.70 Vorbemerkung

7.700

Für das Inkassowesen sind vier Kontrollunternehmen (zugleich Inkassostellen) verantwortlich:

  • Die VBZ erledigen das Inkasso für die Verkehrsunternehmen in ihrem Marktgebiet (VBZ, Forchbahn, Polybahn, Dolderbahn, Limmatbus usw.)
  • Die SBB sind für die Erledigung ihrer Aufforderungen und Quittungen zuständig.
  • Thurbo ist für die Erledigung ihrer Aufforderungen und Quittungen zuständig.
  • PostAuto führt die Kontrolle und das Inkasso für alle übrigen Verkehrsunternehmen im ZVV aus.

7.701

Die Daten werden teilweise elektronisch an die Inkassostelle übermittelt.

7.702

Die Personalien sind in der Regel gesichert festzustellen.

7.71 KundenberaterInnen: Aufgaben

7.710

Bei Barzahlung der Gebühr wird eine Quittung ausgefüllt und dem Fahrgast abgegeben. Die entsprechenden Teile bzw. die elektronischen Daten werden unverzüglich an die Inkassostelle weitergeleitet. Der Kunde ist darauf aufmerksam zu machen, dass es sich um eine Anzahlung handelt, wenn es sich um einen Wiederholungsfall innert 2 Jahren handelt. Der Unterschied zu den Staffelgebühren gemäss Ziffer 4.820/4.821 wird mit einer Folgerechnung nacherhoben.

7.711

Wird die Gebühr nicht bar bezahlt, wird eine Aufforderung ausgefüllt. Der entsprechende Teil dieser Aufforderung wird dem Fahrgast abgegeben (Ausnahme: allein reisende Kinder unter 12 Jahren, Ziffer 7.53). Der Kunde ist darauf aufmerksam zu machen, dass er eine Rechnung über den Gesamtbetrag von der zuständigen Inkassostelle erhalten wird.

7.712

Bei Missbrauch oder Fälschung wird eine Aufforderung ausgestellt. Der Fahrgast ist darauf aufmerksam zu machen, dass er von der Inkassostelle eine Rechnung über den Gesamtbetrag erhält.

7.713

Fahrgäste, die im Zusammenhang mit Fahren ohne gültigen Fahrausweis Fragen und Reaktionen anbringen wollen, sind an die Inkassostelle zu verweisen.

7.72 Verkaufsstellen: Aufgaben, Kulanz

7.720

Kulanz für Inhaberinnen und Inhaber eines gültigen persönlichen Abonnements: Das persönliche Abonnement mit Foto (ZVV-Monats- oder Jahresabonnemente, Generalabonnement oder Halbtax) kann, nur zusammen mit der Aufforderung, innerhalb von 10 Tagen nach dem Kontrolltag an einer ZVV-Verkaufsstelle vorgewiesen werden. Wird die Frist nicht eingehalten, ist die Gebühr gemäss Ziffer 4.820 mit dem bei der Kontrolle abgegebenen Einzahlungsschein resp. mit der entsprechenden Rechnung einzuzahlen. Ein Inkasso am Schalter ist ausgeschlossen.

7.721

Folgende Angaben sind beim Vorweisen des persönlichen Abonnements zu überprüfen:

  • zeitliche Gültigkeit (zum Zeitpunkt der Kontrolle gültig, resp. vor der Beanstandung gekauft) und räumlicher Geltungsbereich (Zonen, Lokalnetze)
  • sind Grundkarten- und Abonnementsnummer identisch
  • sind Personalien und Unterschrift auf der Aufforderung und auf der Grundkarte identisch
  • Übereinstimmung von Foto und Person.

7.722

Weiterbehandlung der Aufforderung: Die Bearbeitungsgebühr gemäss Ziffer 4.823 ist einzukassieren und eine Zahlungsbestätigung abzugeben. Die Aufforderung (mit Stempel, Unterschrift, bezahlte Gebühr) ist unverzüglich an die Inkassostelle weiterzuleiten.

7.73 Inkassostellen: Aufgaben, Fristen

7.730

Wird Kulanz gewährt, ist bei den Fahrgastdaten ein entsprechender Vermerk anzubringen.

7.731

Die Inkassostellen nehmen als weitere Aufgaben wahr:

  • Betreuung der Kunden und Kundinnen im Zusammenhang mit Fahren ohne gültigen Fahrausweis.
  • Erledigung sämtlicher Fälle von Fahren ohne gültigen Fahrausweis (inkl. Rechnungsstellung, Mahnwesen, Stellen von Strafanzeigen, Durchführen von Betreibungen und Bewirtschaftung der Verlustscheine, Überwachen der Zahlungen etc.)
  • Erledigung und angepasste Rechnungsstellung an die Kunden in den Fällen „Persönliches
  • E-Ticket vor Abfahrt gelöst, aber bei Kontrolle nicht vorweisbar“ (Kulanzgebühr gem. 4.824). Vorgehen gemäss Tarif 600.5, Ziffer 11.25.
  • Erledigung und angepasste Rechnungsstellung an die Kunden in den Fällen „Persönliches Abo nachträglich nicht/nicht rechtzeitig vorgewiesen“ (Kulanzgebühr gem. 4.825).
  • Abrechnen der bar bezahlten Gebühren mit den KundenberaterInnen.
  • Abrechnen der bezahlten Gebühren mit dem Zürcher Verkehrsverbund (ausgenommen SBB).
  • Berichtswesen (monatliche Statistik an den ZVV).

Die Richtlinie über den Datenschutz beim ZVV-Datenpool vom 8. Mai 2013 wird verbindlich eingehalten.

7.732

Zahlungsfristen bei Aufforderung mit Einzahlungsschein, resp. Rechnungsstellung:

Bezahlung der Gebühr

  • Zahlungsfrist ab Kontrolltag/Rechnungsdatum: 30 Tage
  • Mahnung bei Nichteinhaltung der Frist  

Mahnung, eingeschrieben:  

  • Zahlungsfrist 10 Tage
  • Betreibung bei Nichteinhaltung der Frist 

7.733

Fristen bei Aufforderungen gemäss Ziffer 7.720:

Vorzeigefrist am Schalter

  • Frist ab Kontrolltag 10 Tage
  • bei Nichteinhaltung der Frist Mahnung der Gebühr gemäss Ziffer 4.820/4.821/4.822 durch Inkassostelle.

7.8 ZVV-Datenpool

7.80 Grundlage

Die Grundlage für den ZVV-Datenpool bildet die „Richtlinie über den Datenschutz beim ZVVDatenpool“ vom 8. Mai 2013.

7.81 Zweck des Datenpools

Die rechtsgleiche Behandlung aller Fahrgäste ohne gültigen oder mit teilgültigem Fahrausweis und die Gebührenstaffelung setzen einheitliche Regelungen betreffend Datenerfassung, Datenbearbeitung und Zugriff auf die Daten voraus. Zu diesem Zweck wurde ein ZVV-Datenpool geschaffen. In diesem Datenpool werden die von den vier beteiligten Inkassostellen (SBB, Thurbo, VBZ und PostAuto) erfassten und pendenten Daten von Fahrgästen ohne gültigen oder mit teilgültigem Fahrausweis gespiegelt. Das bedeutet, dass die vier beteiligten Inkassostellen einen genau definierten Zugriff auf den ZVV-Datenpool haben.

7.82 Wirkung des Datenpools

In Zukunft macht es keinen Unterschied mehr, in welchem Verkehrsmittel des Selbstkontrollbereichs ein Fahrgast ohne gültigen oder mit teilgültigem Fahrausweis unterwegs ist. Im ZVV ist die Gebührenerhebung somit einheitlich geregelt. Ein Fahrgast, der einmal auf dem Schiff, das zweite Mal im Tram und das dritte Mal auf der S-Bahn ohne Fahrschein unterwegs ist, muss somit (nebst der Fahrpreispauschale) beim zweiten Mal CHF 130.- (CHF 110.- mit teilgültigem Fahrausweis) und beim dritten Mal CHF 160.- (CHF 140.- mit teilgültigem Fahrausweis) bezahlen.

7.83 Auflagen zum Datenschutz

Für die Schaffung des Datenpools wurden mit den Datenschutzbeauftragten des Kantons und der Stadt Zürich entsprechende Richtlinien erarbeitet. Die erfassten Daten dürfen ausschliesslich für die rechtsgleiche Durchsetzung des Tarifs verwendet werden, nicht aber zu Marketingzwecken oder ähnlichem.

7.84 Kunden- und Vorfallsdaten

Die für die Gebührenstaffelung relevanten Kunden- und Vorfallsdaten bleiben für 2 Jahre nach dem jeweiligen Vorfall im ZVV-Datenpool gespeichert und werden dort anschliessend gelöscht.

7.85 Zuständigkeiten

Alle An- und Rückfragen zu Personen-Daten des Datenpools sind an das betreffende Inkassocenter zu richten.