Ticketkontrolle

Hier finden Sie die öffentlich zugänglichen Richtlinien zur Fahrausweiskontrolle im ZVV des Verbundtarifes (Tarif 651.8).

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7.0 Vorbemerkungen und Rechtsgrundlagen

7.000

Diese Richtlinien halten sich an massgebliche Bestimmungen folgender Gesetze und Vorschriften:

  • Bundesgesetz über die Personenbeförderung (Personenbeförderungsgesetz PBG) 
  • Verordnung über die Personenbeförderung (VPB)
  • Schweizerisches Strafgesetzbuch (StGB)
  • Gesetz über den öffentlichen Personenverkehr (PVG)
  • Gemeinsame Tarif-Nebenbestimmungen für den Direkten Verkehr und die beteiligten Verbünde, T600
  • Verbundtarif 651.8 des Zürcher Verkehrsverbunds
  • Allgemeiner Personentarif 601 und Tarif 600.5 (Reisende ohne gültigen Fahrausweis / Missbrauch, Fälschung), sofern nicht der T600 oder der Verbundtarif 651.8 anwendbar sind.
  • Registrierte Datensammlung Tax 600
  • Richtlinie über den Datenschutz beim ZVV-Datenpool vom 8. Mai 2013.

7.001

Gemäss Art. 20 Personenbeförderungsgesetz (PBG) in Verbindung mit Art. 57 Verordnung über die Personenbeförderung (VPB) müssen Rei­sen­de ohne gültigen Fahrausweis einen Zuschlag, nachfolgend Gebühr genannt, bezahlen. Die Höhe der Gebühr richtet sich nach dem Aufwand, den der Rei­sende dem Verkehrsunterneh­men verursacht, nach dem mutmasslichen Einnahmeausfall und danach, ob der Reisende
a) unaufgefordert erklärt hat, er besitze keinen gültigen Fahrausweis;
b) eine Strecke benutzt, auf der er den Fahrausweis selbst hätte entwerten müssen.
Der Zuschlag kann erhöht werden, wenn die reisende Person zum wiederholten Mal keinen gültigen Fahrausweis vorweist.
Ein missbräuchlich verwendeter Fahrausweis kann eingezogen werden. Die Höhe der Gebühr, die Ausnahmefälle und die Erstattung werden in den Tarifen festgesetzt.

7.002

Die Handhabung von Kulanzen etc bei Fahr- und Vergünstigungsausweisen des nationalen Verkehrs (zBsp. Streckenabo, Gleis 7, HTA, GA etc) ist in den betreffenden nationalen Tarifen nachzuschlagen.

7.003

Im Wiederholungsfall innerhalb von 2 Jahren (ab Vorfallsdatum) erhöhen sich die Gebühren für Fahren ohne gültigen Fahrausweis. Um die Gebührenstaffelung verbundweit durchsetzen zu können, betreiben die Inkassocenter von SBB, VBZ, PostAuto und Thurbo den ZVV-Datenpool (siehe Ziffer 7.8).

7.004

Mit Ablauf von 10 Jahren verjähren Gebührenforderungen für Fahrten ohne gültigen Fahrausweis (Obligationenrecht OR, Artikel 127).

7.005

Die strafrechtliche Verfolgung bleibt gemäss Art. 20 Personenbeförderungsgesetz (PBG)  vor­behalten, d.h. dass der Reisende neben der Bezahlung der Gebühr als Abgeltung für den admi­nistrativen Aufwand und den Einnahmeausfall zusätzlich mit einer Strafverfolgung rechnen muss. Die entsprechenden Strafbestimmungen finden sich in Art. 57 PBG und im Strafgesetz­buch.

7.006

Gemäss Gesetz über den öffentlichen Personenverkehr (PVG), § 17 Abs. 4 erlässt der Verkehrs­verbund Richtlinien über die Fahrausweiskontrolle. Deren Anwendung und Durchsetzung obliegt den Transportun­ternehmungen. Nachstehende Bestimmungen regeln die Fahrausweiskontrolle im Verbundtarif­gebiet.

7.007

Für Verkehrsunternehmen, die mit dem Zürcher Verkehrsverbund eine (Langfrist-) Verein­barung oder einen Zusammenarbeitsvertrag abgeschlossen haben (SBB, BDWM, Thurbo, SOB, BRER), sind nachstehende Bestimmungen verbindlich.

7.008

Die Verkehrsunternehmen erlassen je nach den örtlichen Bedürfnissen ergänzende, betriebs­orientierte Bestimmungen.

7.009

Fahrausweiskontrollen dienen der Sicherung der Einnahmen. Sie sind in allen Fahrzeugen, unab­hängig vom Kontrollsystem, durchzuführen. Alle Fahrzeuge sind mit einem entsprechenden Hinweis zu versehen.

7.010

Unter „Personalien“ sind alle relevanten Angaben zur eindeutigen Identifikation des Fahrgastes zu verstehen (zBsp. gemeldeter Wohnsitz etc.)

7.011

Für die Kontrolle und Handhabung von E-Tickets gelten die Bestimmungen des T600, Kapitel 3 und 12, T600.5 sowie des T695. Für die Kontrolle und Handhabung von SMS-Nachtzuschlägen gilt der T651.31.

7.012

Die Benützungsbestimmungen für Anlagen und Fahrzeuge des öV sind im T601, Kapitel 9 festgehalten. Ergänzung für die S-Bahn Zürich: Bei den SBB-Doppelstockzügen der S-Bahn Zürich mit reinen 1. Klasswagen gelten die Vorräume und Treppen als Bereich 2. Klasse.

7.1 Fahrausweiskontrollformen

7.10  

Verbundfahrausweise werden auf allen Linien innerhalb des Verbundtarifgebiets anerkannt. Züge des Fernverkehrs können mit Verbund­fahrausweisen benutzt werden, sofern Start- und Zielbahnhof und der ganze Reiseweg im Ver­bundtarifgebiet liegen.

7.11  

Im Verbundtarifgebiet werden die folgenden Kontrollformen angewendet:

7.12  Integraler Sichtbetrieb

  • S-Bahnen 
  • Trams und Busse
  • Polybahn und Dolderbahn 
  • Luftseilbahn Adliswil – Felsenegg
  • Spezialregelung Fernverkehrszüge (Billettpflicht gemäss T 600, Ziffer 12.3, Klassen- und Streckenwechsel sind weiterhin beim Kontrollpersonal erhältlich).

7.13 Konventionelle Fahrausweiskontrolle  

In allen Fällen, die nicht unter Ziffer 7.12 fallen, erfolgt die lückenlose Fahraus­weis­kontrolle durch das Fahrpersonal.

7.14 Grosskontrolle

Die Grosskontrolle kann bei allen oben beschriebenen Kontrollformen durchgeführt werden. Die Grosskontrolle wird durch das Fahrpersonal im Voraus angekündigt; die Kontrolle findet auch bei aus­steigenden Fahrgästen sowie im Umkreis der Fahrzeugtüren auf der Haltestelle statt.

7.15 Zutrittskontrolle (Auszug aus T601, Kapitel 9, Benützungsbestimmungen)

Der Zutritt zu den Warteräumen und Perrons kann Personen ohne gültigen Fahrausweis untersagt werden.

7.2 Organisation

7.20 Melde- und Inkassowesen

7.200

Es werden folgende Meldeformulare verwendet:

SBB, BDWM, SOB und Thurbo:

  • Formular 7000 
  • Stichkontrollzuschlag oder PP-Billett

Übrige Verkehrsunternehmen:

  • Aufforderung 
  • Quittung

7.201

Die Daten werden elektronisch erfasst.

7.202

Massgebend für die Zuscheidung in den ZVV-Datenpool ist, unabhängig eines Fahrausweises, dass der Kontrollort im betreffenden Fahrzeug innerhalb des Selbstkontrollbereichs des ZVV liegt. Befindet sich dieser Kontrollort an der Verbundgrenze (kein weiterer Halteort zwischen dem Kontrollort im ZVV und der Verbundgrenze), so ist relevant, dass in Richtung ZVV gefahren wird.
Beispiele:
Kontrolle in Rafz, Fahrt nach Bülach: ZVV-Fall.
Kontrolle in Rafz, Fahrt nach Schaffhausen: Thurbo-, resp. OSTWIND-Fall.

Das Formular 7000 entspricht der Aufforderung, der Stichkontrollzuschlag und das PP-Billett der Quittung. Nachfolgend wird nur die Bezeichnung «Aufforderung» bzw. «Quittung» verwendet.

7.203

Die Formulare/Fahrpreispauschalen tragen den Vermerk „Gültig 1 Stunde zur Fahrt in allen ZVV-Zonen“.

7.204

Die Inkassostellen werden von den SBB, von der Thurbo, von den VBZ und von PostAuto geführt. Die SBB und die Thurbo besor­gen das Inkasso für ihre Unternehmen, die VBZ für ihr eigenes Unternehmen und alle in ihrem Marktgebiet tätigen Verkehrsbetriebe. PostAuto ist für das Inkasso aller übrigen Verkehrs­unternehmen innerhalb des Selbstkontrollbereichs des Verbundgebiets ver­antwortlich.

7.21 Betriebliche Organisation

7.210

Dienstpläne, Einsatzkonzepte und Grosskontrolleinsätze werden von den VBZ für ihr eigenes Unternehmen und alle in ihrem Marktgebiet tätigen Verkehrs­be­triebe erstellt. Die SBB (Trans­portpolizei TPO) zeichnen sich verantwortlich für die entsprechenden Aufgaben bei den SBB sowie dem ZVV-Kontrollpool (c/o PostAuto Zürich, für alle übrigen Verkehrs­unternehmen inner­halb des Verbundgebiets). Dienstpläne, Einsatzkonzepte und Grosskontrollen sind laufend den Bedürfnissen und den Veränderungen der Schwarzfahrerquote anzupassen.

7.22 ServiceleiterIn

7.220

Als KundenberaterInnen gelten das Kontrollpersonal und die Service­leiterInnen.

7.221

Das Fahr- und Sicherheitspersonal sowie die Transportpolizei (TPO) kann die Aufgaben der Kunden­beraterInnen wahrnehmen.

7.3 Grundhaltung und Dienstkenntnisse

7.30 Grundhaltung

7.300

Die KundenberaterInnen repräsentieren das Verkehrsunternehmen und den Zürcher Verkehrs­verbund. Ihr Einsatz ist präventiv, dient der Sicherung der Einnahmen und vermittelt den Fahr­gästen ein Gefühl der Sicherheit. Durch überzeugende Präsenz, präzise Informa­tion und Durch­setzung des Verbundtarifs halten sie das Fahren ohne gültigen Fahrausweis in engen Grenzen.

7.301

Das Verhalten der KundenberaterInnen zeichnet sich aus durch Freundlichkeit, gute Betriebs- und Fachkenntnisse und gepflegte Erscheinung. Ihre Tätigkeit definiert sich zu einem wesent­lichen Teil als aktiver Kundendienst und hat grosse Wirkung nach aussen.

7.31 Dienstkenntnisse

7.310

Die KundenberaterInnen müssen in folgenden Bereichen ausgebildet sein: 

  • Tarifbestimmungen 
  • Beförderungsbestimmungen
  • Fahrausweise und deren Gültigkeits- und Entwertungsmerkmale
  • Linien-, Tarifzonen- und Fahrpläne
  • massgebende Bestimmungen des Personenbeförderungs- und Strafrechts
  • alle dienstlichen Anordnungen und Mitteilungen des Verkehrsunternehmens
  • Kundenorientierung

7.4 Durchführung der Fahrausweiskontrolle

7.40 Allgemeines und Verhalten gegenüber Fahrgästen

7.400

Die Anordnungen über die Durchführung von Fahrausweiskontrollen und unternehmensbezo­gene Spezialaufgaben der KundenberaterInnen, namentlich die Teamgrössen, die Gross­kon­trolle, die Bekleidung (Zivil oder Uniform), die Zeiten, die Dispositionen und die Ausrüstung, trifft das für die Fahrausweiskontrolle zuständige Unternehmen.

7.401

In Fahrzeugen mit konventioneller Fahrausweiskontrolle ist das Fahrpersonal für die Kontrolle der Fahrausweise verantwortlich. Es ist berechtigt, bei Verweigerung der Bezahlung des Fahr­preises oder bei Missbrauch und vermuteter Fälschung die gesicherten Personalien aufzuneh­men. Die Gebührenerhebung erfolgt jedoch ausschliesslich über die Inkassostelle.

7.402

Das Fahrpersonal auf Linien mit integralem oder begrenztem Sichtbetrieb kann jederzeit Fahr­ausweiskontrollen, auch mehrmals, durchführen. Es ist berechtigt, die gesicherten Personalien aufzunehmen, wenn der Fahrgast keinen Fahrausweis hat, die Bezahlung des Fahrpreises ver­weigert sowie bei Missbrauch (z. B. Angabe falscher Personalien und Adressen etc.) und vermu­teter Fälschung des Fahrausweises. Die Gebührenerhe­bung erfolgt jedoch ausschliesslich über die Inkassostelle.

7.403

Das Fahrpersonal benötigt keinen Kontrollausweis. Die Kundenbera­terInnen in Zivilklei­dung haben den Kontrollausweis unaufgefordert und gut sichtbar vorzuweisen. Unifor­mierte Kunden­beraterInnen zei­gen den Ausweis auf Verlangen.

7.404

Die KundenberaterInnen in Zivil verhalten sich vor Eintreffen des Fahrzeugs unauffällig.

7.405

Die Fahrausweise sind sorgfältig zu prüfen hinsichtlich:

  • den räumlichen Geltungsbereich (Tarifzonen oder Anzahl Haltestellen bei Kurzstrecken)
  • die zeitliche Gültigkeit
  • die Benützungsberechtigung bei persönlichen Abonnementen (z.B. Foto und Nummer)
  • die Benützungsberechtigung bei vergünstigten Fahrausweisen (Altersnachweis, Halbtax usw.)
  • Fälschungen und Missbrauch.

Erfolgt keine Beanstandung, ist der Fahrausweis dem Fahrgast mit Dank zurückzugeben.

7.406

Bei allen Beanstandungen ist das Prinzip der Verhältnis­mäs­sigkeit zu wahren.

7.407

Wenn Fahrgäste beleidigend oder provozierend werden, haben die KundenberaterIn­nen Ruhe zu be­wahren.

7.408

Es darf niemals in die Taschen eines Fahrgastes gegriffen oder gutmeinend seine Geldbörse geöffnet werden. Fahrgäste sind nie zu duzen, sondern mit Anstand zu behandeln.

7.41 Fahrgäste ohne gültigen oder mit teilgültigem Fahrausweis

7.410

Fahrgäste, die ohne gültigen oder mit teilgültigem Fahrausweis angetroffen werden, sind freundlich, sachlich und ruhig über den Grund der Beanstandung auf­zuklären. Die Personalien des Fahrgastes sind in der Regel gesichert fest­zu­stellen und vollständig zu erfassen, auch bei Barzahlenden. Die Personalien sind, wenn immer möglich, anhand eines amtlichen Ausweises festzustellen. Überprüfende Auskünfte werden bei der Inkassostelle, der Polizei oder der Einwoh­nerkontrolle eingeholt. Ausnahmsweise können sie auf andere geeignete Weise eingeholt wer­den, z.B. telefonisch bei Bekannten oder Verwandten, wozu der Fahr­gast sein Einverständnis geben muss. Der Fahrgast ist zur Zahlung der Gebühr gemäss Verbund­tarif und/oder des Fahrpreises aufzufordern, resp. zu informieren, dass er für den der Gebührenstaffelung entsprechenden Betrag vom Inkassocenter eine Rechnung mit Einzahlungsschein erhalten wird.

7.411

Beharrt ein Fahrgast auf Barzahlung, so sind die so sind die Gebühr (Ansatz für den 1. Fall) und die Fahrpreispauschale einzuziehen und mit einer Quittung zu verrechnen. Der Kunde ist darauf aufmerksam zu machen, dass sich im Wiederholungsfall die Gebühr erhöht und er für den Differenzbetrag eine Zusatzrechnung erhalten wird. Die Quittung ist mit einem entsprechenden Aufdruck „Anzahlung, im Wiederholungsfall kann sich dieser Betrag erhöhen“ versehen.

7.42 Verweigerung der Angabe der Personalien

7.420

Weigert sich ein Fahrgast, die Gebühr und/oder den Fahrpreis zu bezahlen sowie seine Perso­nalien anzugeben bzw. kann er keinen Ausweis vorzeigen und verweigert er das Einverständnis zur Einholung von geeigneten Auskünften bei Drittpersonen, ist in erster Linie betriebliche Hilfe oder die Polizei anzufordern.

7.421

Dem Fahrgast kann das Aussteigen bis zum Eintreffen der Hilfe ver­weigert werden. Erscheint es sinn­voll, ist mit dem Fahrgast an geeigneter Stelle aus­zusteigen.

7.422

Kann keine Hilfe angefordert werden, ist der fehlbare Fahrgast von der Weiterbeförderung aus­zuschliessen. Auf Linien mit konventionel­ler Fahrausweiskontrolle kann dem Fahrgast die Beför­derung in jedem Fall verweigert werden.

7.423

Fahrgäste ohne festen Wohnsitz in der Schweiz sind der Polizei zu über­geben.

7.424

Kinder unter 12 Jahren und Personen mit einer Behinderung dürfen nicht über den Zielort hinaus festgehalten oder aus dem Fahr­zeug gewiesen werden.

Bei Kindern unter 12 Jahren wird die Überprüfung der Identität im Fahrzeug vorgenommen. Ausnahme: Das Fahrzeug ist am Ziel des Kindes angekommen. Kann diese Regel im Ausnahmefall nicht eingehalten werden, muss sichergestellt sein, dass das Kind seine Reise in einem nachfolgenden Fahrzeug der gleichen Linie fortsetzt. Ausserhalb eines Fahrzeugs darf der Fall nicht von einer einzelnen Person bearbeitet werden.

Kinder unter 12 Jahren werden nie zur Abklärung der Identität in Dienstfahrzeugen zu einer Polizeiwache gefahren. Auch nicht mit dem Einverständnis der Kinder. Bei Bedarf wird die Polizei angehalten, vor Ort zu kommen.

7.43 Gewalt und Drohung gegen Personal

7.430

Die Personalien des Fehlbaren sind gesichert fest­zu­stellen.

7.44 Flucht von Fahrgästen

7.440

Versucht der Fahrgast nach Tätlichkeiten zu fliehen, dürfen aktive Handlungen (z.B. Festhalten) ange­wendet werden.

7.441

Bei im Fahrzeug angekündigten Fahrausweis- / Grosskontrollen dürfen die Fahrgäste wäh­rend des Aussteigens und im Umkreis der Fahrzeugtüren auch auf der Haltestelle kontrolliert werden. Bereits im Fahrzeug angesprochene Fahrgäste dürfen im Umkreis der Fahrzeugtüren auch auf der Haltestelle kontrolliert werden.

7.45 Personen, die öffentliches Ärgernis erregen

7.450

Personen, die öffentliches Ärgernis erregen, sind diskret zum Verlassen des Fahrzeugs aufzufor­dern (Hilfe anbieten). Sie verlieren damit ihren Beförderungsanspruch.

7.46 Billettautomaten- und Entwerterstörungen

7.460

Macht ein Fahrgast eine Fehlfunktion eines Billettautomaten bzw. eines Entwerters geltend, sind die Personalien aufzunehmen. Dem Fahrgast ist die Aufforderung abzugeben. Entwertbare Ein­zelbillette und Automatenbillette sind einzuziehen.

7.461

Ergeben die Nachforschungen, dass die vom Fahrgast geäus­serte Störung nicht zutrifft, erstellt die Inkassostelle eine Rechnung für Zuschlag und Fahrpreispauschale gemäss T600, Ziffern 12.7 und 12.2.4 sowie für den Zeit­aufwand für die Überprüfung des Billettautomaten oder Entwerters gemäss Ziffer 4.8.4.6.

7.47 Betriebsstörungen

7.470

Bei Betriebsstörungen ist der Fahrausweis über die befristete Zeit hinaus auch auf Umwegs­fahrten anzuerkennen (interne Weisungen der einzelnen Verkehrsunternehmen).

7.48 Abgelaufene Grundkarten zu persönlichen Abonnementen

7.480

Werden gültige Abonnementskarten zusammen mit Grundkarten mit abgelaufener Geltungs-dauer vorgewiesen, sind die Abonnemente trotzdem als gültig anzuerkennen, sofern die beiden Kontrollnummern übereinstimmen.
Die Grundkartennummer und die abgelaufene Geltungsdauer sind durchzustreichen (resp. bei abgelaufenem Plastikabo Vermerk in Unterschriftfeld), die Reisenden sind einzuladen, sich an eine Verkaufsstelle zu wenden.

7.5 Besonderheiten

7.50 Inhaberinnen und Inhaber von persönlichen Abonnementen ZVV

7.500

Wenn der Fahrgast geltend macht, dass er ein persönliches Abonnement mit Foto besitzt, ist eine Auffor­de­rung auszustellen. Die Auffor­de­rung ist vom Fahrgast zu unterzeichnen. Er ist in Kenntnis zu setzen, dass er sein zum Zeit­punkt der Kontrolle gültiges persönliches Abonnement zusammen mit der Aufforderung inner­halb von 10 Tagen an einer ZVV-Verkaufs­stelle vorzuwei­sen hat. Dabei ist die Bearbeitungsge­bühr gemäss T600, Ziffer 12.7.6.1 zu bezahlen.

7.51 Verzicht auf die Erhebung der Gebühr

7.510

Es ist vom Grundsatz auszugehen, dass die Bestimmungen über die Erhebung der Gebühr gegenüber allen Fahrgästen gleich anzuwenden sind.

7.52 Benützung der 1. Klasse mit einem Fahrausweis 2. Klasse

7.520

Bei Benützung der 1. Klasse mit einem Fahrausweis 2. Klasse ist die Gebühr für „Fahren mit teilgültigem Fahrausweis“ gemäss T600, Kapitel 12.2 zu erheben.

7.53 Allein fahrende Kinder

7.530

Kinder ohne gültigen Fahrausweis sind grund­sätzlich gebührenpflichtig. Kinder unter 12 Jahren, die ohne Begleitung und ohne gültigen Fahrausweis reisen, haben die Gebühr jedoch nicht sofort zu bezahlen. Wann immer möglich wird als Erstes ein Elternteil / eine Bezugsperson telefonisch über das Ereignis informiert. Ist kein Elternteil / keine Bezugsperson erreichbar, kann gemäss dem Reiseziel nach Anweisung des Kindes auch eine andere verantwortliche Person angerufen werden (Nachbarn, Hort, Kindergarten, Musikschule, etc.).
Es werden die Personalien aufgenommen; die Aufforderung wird ohne Einzahlungsschein abgegeben. Kinder unter 12 Jahren unterschreiben nicht.
Die Inkassostelle sendet die Rechnung an die Eltern.

7.531

Bei Kindern ab 12 Jahren wird ordentlich verfahren. Die Personalien können telefonisch bei den Eltern überprüft werden. Die Inkassostelle informiert die Eltern über das Verhalten ihres Kindes.

7.54 Anspruch auf ermässigte Preise; Gruppen und Familien

7.540

Die Gebühren und die Fahrpreispauschalen sind auch bei Anspruch auf ermässigte Preise ganz zu bezahlen. Sie werden für jeden Reiseteilnehmer erhoben, für den der Fahrpreis zu bezahlen ist.

7.541

Für Gruppen gelten die Bestimmungen der Ziffer 12.2.3.3 des T600.

7.542

Familien mit oder ohne Junior-Karte resp. Begleitpersonen mit oder ohne Kinder-Mitfahrkarte:
Es gelten die Bestimmungen der Ziffer 12.2.3.2 des T600.

7.55 Benützung des Nachtnetzes ohne Nachtzuschlag

7.550

Es gelten die Bestimmungen des T600, Ziffer 12.2.

7.56 Velos und Hunde

7.560

Es gelten die Bestimmungen des T600, Ziffer 12.2.

7.57 Missbrauch sowie Angabe falscher Personalien und Adressen

7.570

Es gelten die Bestimmungen des T600, Kapitel 12.6.2.

7.58 Mithilfe zum Missbrauch

7.580 Es gelten die Bestimmungen des T600, Kapitel 12.6.2.

7.59 Fälschung von Fahrausweisen

7.590

Es gelten die Bestimmungen des T600, Kapitel 12.6.3.

7.6 Anwendung der Gebühren

Siehe Ziffer

Vorkommnis

Zu bezahlen

7.41,
7.42,
7.46,
7.53,
7.54,
7.56,
7.57,
7.58,
7.59

 



7.50

Fahren ohne gültigen Fahrausweis

  • Reisender ohne Fahrausweis
  • Fahrt ausserhalb des räumlichen Geltungsbereichs des Fahraus- weises (Ausnahme siehe „Fahren mit teilgültigem Fahrausweis“)
  • Fahrt vor Beginn bzw. nach Ablauf der zeitlichen  Gültigkeitsdauer des Fahrausweises
  • Nicht entwerteter Fahrausweis
  • Velobillett fehlt
  • Fahrausweis für den Hund fehlt
  • Fahren mit einem nicht gültigen Ermässigungsausweis
  • Reisender verwendet Fahrausweis missbräuchlich
  • Reisender mit gefälschtem Fahrausweis
  • keine nahtlose Erneuerung des persönlichen Jahresabos bei beanstandeter Fahrt mit abgelaufener Geltungsdauer.

Wenn ein persönliches Abonnement nicht innerhalb der Frist von 10 Tagen an einer ZVV-Verkaufsstelle vorgewiesen (Ziffer 7.50) wird.

 

Zuschläge gem. T600, Ziffer 12.7 und Fahrpreispauschale gem T600, Ziffer 12.2.4

 

 

 

 

 

Gebühr gemäss T600, Ziffer 12.7.6

7.41,
7.42,
7.46,
7.52,
7.53,
7.54,
7.55,
7.56,
 
Fahren mit teilgültigem Fahrausweis
  • Fehlender Klassenwechsel
  • Fehlender/falscher Zuschlag (z.B. Nachtzuschlag)
  • Fahrausweis für falsche Kundengruppe (Fahrausweis zum halben oder ermässigten Preis ohne Berechtigung)
  • Fehlender Streckenwechsel, bzw. abweichende Strecke (jedoch gleiche Abgangs- und Bestimmungsstation - resp. Abgangs- und Bestimmungszone, anderer, direkter und vergleichbarer Weg)
  • Falsche Verkehrsmittelwahl auf Teilstrecke (z.B. Bern – Zürich Enge via Zürich HB, Teilstrecke in Zürich wird mit dem Tram zurückgelegt)

 

Zuschläge gem. T600, Ziffer 12.7 und Fahrpreispauschale gem T600, Ziffer 12.2.4

7.50

Bearbeitungsgebühr
  • Vorweisen des vergessenen persönlichen Monats- oder Jahres- abonnements innert 10 Tagen.
  • Nachträgliche nahtlose Erneuerung des persönlichen Jahresabonnements innert 10 Tagen.

 

Gebühr gemäss T600, Ziffer 12.7.6

Gebühr gemäss Ziffer 4.823

7.731

Bearbeitungsgebühr bei nicht vorweisbaren/kontrollierbaren persönlichen Fahrausweisen

Kann oder will ein Kunde bei der Kontrolle seinen gültigen Fahraus­weis nicht vorweisen (zBsp. OnlineTicket vergessen, Akku des Mobiltelefons leer, Ticket nicht lesbar, Kunde will SwissPass zur Kontrolle nicht an das Kontrollpersonal aushändigen, SwissPass nicht kontrollierbar), wird einzig die Gebühr gemäss T600 erhoben. Es werden keine weiteren Zuschläge verrechnet. Die dazu notwendigen Abklärungen erfolgen ausschliess­lich durch das zuständige Inkasso- oder TaxCenter.


Gebühr gemäss T600, Ziffer 12.7.4.2 oder T600, Ziffer 12.7.6.2

 

7.731

Gebühr/Kulanz Persönliches Abo nicht/nicht rechtzeitig nachträglich vorgewiesen

Das TaxCenter stellt aufgrund der Daten in der öV-Kundendatenbank fest, dass ein persönliches Abo vorhanden ist, dieses aber nicht innerhalb der Frist von 10 Tagen an einer bedienten Verkaufsstelle vorgewiesen wurde. Für diesen Mehraufwand stellt das TaxCenter dem Kunden eine erhöhte Gebühr in Rechnung. Es werden keine weiteren Gebühren verrechnet, analog Fall «Abo vergessen».

 

Gebühr gemäss T600, Ziffer 12.7.6.2

 

Mahngebühr

Werden die Gebühren nicht innert 30 Tagen bezahlt, wird schriftlich gemahnt.

 

Zusatzgebühr gem. Ziffer 4.8.4.2

 

Strafanzeige

Strafanzeige

Die Inkassostelle stellt ohne Mahnung und Betreibung gegen den Fahrgast Strafanzeige, falls noch Gebühren aus einer früheren Fahrt ohne gültigen Fahrausweis offen sind. Ebenso ist vorzugehen, wenn es sich um den 3. (oder weitere Fälle) Fall innert 2 Jahren handelt.

Bei Missbrauch und Angabe falscher Personalien und Adresse sowie fehlendem festem Wohnsitz wird gegen den Fahrgast Strafanzeige gestellt.

Bei Fälschung von Fahrausweisen ist in jedem Fall Strafantrag/Straf­anzeige zu erstatten.

Bei Drohung und/oder Beleidigung erfolgt immer eine Strafanzeige (Offizialdelikt).

Gestützt auf das Personenbeförderungsgesetz (PBG) kann in jedem Fall von „Fahren ohne gültigen Fahrausweis“ Strafanzeige gestellt werden. Der Entscheid liegt bei der Inkassostelle.

 

Zusatzgebühr gemäss Ziffer 4.8.4.3

 

Betreibung

Nach erfolgloser Mahnung leitet die Inkassostelle die Betreibung ein.

 

Zusatzgebühr gem. Ziffer 4.8.4.4

 

Betreibungsregistereintrag auf Antrag des Fahrgasts löschen

Nach Bezahlung der Gebühr beantragt die Inkassostelle die Löschung des Betreibungsregistereintrags beim zuständigen Betreibungsamt. Der Fahrgast erhält eine Kopie des Antrags.

 

Zusatzgebühr gemäss Ziffer 4.8.4.5

 

Zeittarif

Bei Mehraufwand jeglicher Art, z.B. für Nachforschungen von Adressen, Betreibung oder für die strafrechtliche Verfolgung usw. wird zusätzlich der Zeittarif pro Viertelstunde und pro Kontrollperson/In- kasso-MitarbeiterIn verrechnet.

 

Zusatzgebühr gemäss Ziffer 4.8.4.6

7.7 Aufgaben, Inkasso

7.70 Vorbemerkung

7.700

Für das Inkassowesen sind vier Kontrollunternehmen (zugleich Inkassostellen) verantwortlich:

  • Die VBZ erledigen das Inkasso für die Verkehrsunternehmen in ihrem Marktgebiet (VBZ, Forchbahn, Polybahn, Dolderbahn, Limmatbus usw.)
  • Die SBB sind für die Erledigung ihrer Aufforderungen und Quittungen zuständig.
  • Thurbo ist für die Erledigung ihrer Aufforderungen und Quittungen zuständig.
  • PostAuto führt die Kontrolle und das Inkasso für alle übrigen Verkehrsunternehmen im ZVV aus.

7.701

Die Daten werden teilweise elektronisch an die Inkassostelle übermittelt.

7.702

Die Personalien sind in der Regel gesichert fest­zu­stellen.

7.71 KundenberaterInnen: Aufgaben

7.710

Bei Barzahlung der Gebühr wird eine Quittung ausgefüllt und dem Fahrgast abgegeben. Die entsprechenden Teile bzw. die elektronischen Daten werden unverzüglich an die Inkassostelle weitergeleitet. Der Kunde ist darauf aufmerksam zu machen, dass es sich um eine Anzahlung handelt, wenn es sich um einen Wiederholungsfall innert 2 Jahren handelt. Der Unterschied zu den Staffelgebühren gemäss Ziffer 4.820/4.821 wird mit einer Folgerechnung nacherhoben.

7.711

Wird die Gebühr nicht bar bezahlt, wird eine Aufforderung ausgefüllt. Der entsprechende Teil dieser Aufforderung wird dem Fahrgast abgege­ben (Ausnahme: allein reisende Kinder unter 12 Jahren, Ziffer 7.53). Der Kunde ist darauf aufmerksam zu machen, dass er eine Rechnung über den Gesamtbetrag von der zuständigen Inkassostelle erhalten wird.

7.712

Bei Missbrauch oder Fälschung wird eine Aufforderung ausgestellt. Der Fahrgast ist darauf aufmerksam zu machen, dass er von der Inkassostelle eine Rechnung über den Gesamtbetrag erhält.

7.713

Fahrgäste, die im Zusammenhang mit Fahren ohne gültigen Fahrausweis Fragen und Reaktionen anbringen wollen, sind an die Inkassostelle zu verweisen.

7.72 Verkaufsstellen: Aufgaben, Kulanz

7.720

Kulanz für Inhaberinnen und Inhaber eines gültigen persönlichen Abonnements:
Das persönliche Abonnement mit Foto (ZVV-Monats- oder Jahresabonnemente, Gene­ral­abonnement oder Halbtax) kann, nur zusammen mit der Aufforderung, innerhalb von 10 Tagen nach dem Kontrolltag an einer ZVV-Verkaufsstelle vorgewiesen werden.
Wird die Frist nicht eingehalten, hat sich der Kunde direkt an das betreffende Inkassobüro zu wenden. Vorgehen gemäss T600, Ziffer 12.7.6.2, ein Inkasso am Schalter ist ausgeschlossen.

7.721

Folgende Angaben sind beim Vorweisen des persönlichen Abonnements zu überprüfen:

  • zeitliche Gültigkeit (zum Zeitpunkt der Kontrolle gültig, resp. vor der Beanstandung gekauft) und räumlicher Geltungsbereich (Zonen, Lokalnetze)
  • sind Grundkarten- und Abonnementsnummer identisch
  • sind Personalien und Unterschrift auf der Aufforderung und auf der Grundkarte identisch
  • Übereinstimmung von Foto und Person.

7.722

Weiterbehandlung der Aufforderung:
Die Bearbeitungsgebühr gemäss Ziffer 4.8.3.2 ist einzukassieren und eine Zahlungsbestätigung abzugeben. Die Aufforderung (mit Stempel, Unterschrift, bezahlte Gebühr) ist unverzüglich an die Inkassostelle weiterzuleiten.

7.73 Inkassostellen: Aufgaben, Fristen

7.730

Wird Kulanz gewährt, ist bei den Fahrgastdaten ein entsprechender Vermerk anzubringen.

7.731

Die Inkassostellen nehmen als weitere Aufgaben wahr:

  • Betreuung der Kunden und Kundinnen im Zusammenhang mit Fahren ohne gültigen Fahrausweis.
  • Erledigung sämtlicher Fälle von Fahren ohne gültigen Fahrausweis (inkl. Rechnungsstellung, Mahnwesen, Stellen von Strafanzeigen, Durchführen von Betreibungen und Bewirtschaftung der Verlustscheine, Überwachen der Zahlungen etc.) 
  • Erledigung und angepasste Rechnungsstellung an die Kunden in den Fällen „Persönliches E-Ticket vor Abfahrt gelöst, aber bei Kontrolle nicht vorweisbar“ (Kulanzgebühr gem. T600, Ziffer 12.7.4.2). 
  • Erledigung und angepasste Rechnungsstellung an die Kunden in den Fällen „Persönliches Abo nachträglich nicht/nicht rechtzeitig vorgewiesen“ (Kulanzgebühr gem. T600, Ziffer 12.7.6.2).
  • Abrechnen der bar bezahlten Gebühren mit den KundenberaterInnen.
  • Abrechnen der bezahlten Gebühren mit dem Zürcher Verkehrsverbund (ausgenommen SBB).
  • Berichtswesen (monatliche Statistik an den ZVV).
  • Die Richtlinie über den Datenschutz beim ZVV-Datenpool vom 8. Mai 2013 wird verbindlich eingehalten.

7.732

Zahlungsfristen bei Aufforderung mit Einzahlungsschein, resp. Rechnungsstellung:

Bezahlung der Gebühr

Zahlungsfrist ab Kontrolltag/Rechnungsdatum: 30 Tage
Nichteinhaltung der Frist: Mahnung

Mahnung, eingeschrieben

Zahlungsfrist: 10 Tage
Nichteinhaltung der Frist: Betreibung

7.733

Fristen bei Aufforderungen gemäss Ziffer 7.720:

Vorzeigefrist am Schalter

Frist ab Kontrolltag: 10 Tage
Nichteinhaltung der Frist: Mahnung der Zuschläge und Gebühren gemäss T600, Ziffern 12.7 und 12.2.4 durch die Inkassostelle.

7.8 ZVV-Datenpool

7.80 Grundlage

Die Grundlage für den ZVV-Datenpool bildet die „Richtlinie über den Datenschutz beim ZVV-Datenpool“ vom 8. Mai 2013.

7.81 Zweck des Datenpools

Die rechtsgleiche Behandlung aller Fahrgäste ohne gültigen oder mit teilgültigem Fahrausweis und die Gebühren­staffelung setzen einheitliche Regelungen betreffend Datenerfassung, Datenbearbeitung und Zugriff auf die Daten voraus. Zu diesem Zweck wurde ein ZVV-Datenpool geschaffen. In diesem Datenpool werden die von den vier beteiligten Inkassostellen (SBB, Thurbo, VBZ und PostAuto) erfassten und pendenten Daten von Fahrgästen ohne gültigen oder mit teilgültigem Fahrausweis gespiegelt. Das bedeutet, dass die vier beteiligten Inkassostellen einen genau definierten Zugriff auf den ZVV-Datenpool haben.

7.82 Wirkung des Datenpools

In Zukunft macht es keinen Unterschied mehr, in welchem Verkehrsmittel des Selbstkontrollbe-reichs ein Fahrgast ohne gültigen oder mit teilgültigem Fahrausweis unterwegs ist. Im ZVV ist die Gebühren­erhebung somit einheitlich geregelt. Ein Fahrgast, der einmal auf dem Schiff, das zwei­te Mal im Tram und das dritte Mal auf der S-Bahn ohne Fahrschein unterwegs ist, muss so­mit (nebst der Fahrpreispauschale) beim zweiten Mal CHF 130.- (CHF 110.- mit teilgültigem Fahr­ausweis) und beim dritten Mal CHF 160.- (CHF 140.- mit teilgültigem Fahrausweis) bezahlen.

7.83 Auflagen zum Datenschutz

Für die Schaffung des Datenpools wurden mit den Datenschutzbeauftragten des Kantons und der Stadt Zürich entsprechende Richtlinien erarbeitet.
Die erfassten Daten dürfen ausschliesslich für die rechtsgleiche Durchsetzung des Tarifs verwendet werden, nicht aber zu Marketingzwecken oder ähnlichem.

7.84 Kunden- und Vorfallsdaten

Die für die Gebührenstaffelung relevanten Kunden- und Vorfallsdaten bleiben für 2 Jahre nach dem jeweiligen Vorfall im ZVV-Datenpool gespeichert und werden dort anschliessend gelöscht.

7.85 Zuständigkeiten

Alle An- und Rückfragen zu Personen-Daten des Datenpools sind an das betreffende Inkassocenter zu richten.