Behindertengerechter öffentlicher Verkehr: Der ZVV bleibt am Ball

Medienmitteilung vom 11.11.2014 – Im Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) sollen sich die Reisewege von Behinderten so wenig wie möglich von jenen der übrigen Fahrgäste unterscheiden. Dieses Ziel setzt sich der ZVV in seinem Positionspapier «Behindertengerechter öffentlicher Verkehr im Kanton Zürich 2024». Für die Umsetzung sind in den nächsten Jahren insbesondere bauliche Massnahmen an Haltestellen notwendig. Die Zuständigkeit hierfür liegt aber weitgehend nicht beim ZVV, sondern bei Bund, Kanton und Gemeinden.

Ticketautomaten mit Spezialfunktionen für Sehbehinderte, niederflurige Fahrzeuge und niveaugleiche Haltestellen: Seit vielen Jahren setzen sich der ZVV und seine Verkehrsunternehmen für einen hindernisfreien öffentlichen Verkehr ein. Bereits heute finden Personen mit Handicap im Kanton Zürich ein gut nutzbares öffentliches Verkehrsnetz und hilfreiche Informationen vor. 

Umsetzungsfrist des BehiG endet in neun Jahren

Ende 2023 läuft die Umsetzungsfrist des Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG) ab. Das Gesetz verlangt, dass alle Menschen, die sich trotz Behinderung autonom im Alltag bewegen, auch die öffentlichen Verkehrsmittel selbständig benützen können. Bis 2024 wird die Fahrzeugflotte im ZVV nahezu vollständig niederflurig sein. Ohne entsprechende Anpassungen der Haltestellen sind niederflurige Fahrzeuge aber nur bedingt nützlich. 

Nachholbedarf bei behindertengerechten Stationen

Durch ordentliche Erneuerungen (z.B. Umbauten im Rahmen von Sanierungen) wird die Behindertengerechtigkeit der Haltestellen bis 2024 verbessert. Dennoch verbleiben etwa ein Fünftel der S-Bahnhöfe, ein Zehntel der Tramhaltestellen und ein Drittel bis die Hälfte der Bushaltestellen weiterhin nicht vollständig hindernisfrei. Dieser Anteil soll durch den vorgezogenen Umbau von Stationen verringert werden. 

Gemeinsam handeln

Im Positionspapier «Behindertengerechter öffentlicher Verkehr im Kanton Zürich 2024» formuliert der ZVV den Umfang und die Priorisierung dieser Umbaumassnahmen. Der ZVV selber ist nur für die Massnahmen auf dem Tramnetz zuständig. Hier wird ein vollständig behindertengerechter Ausbau angestrebt. Für die Bahninfrastruktur ist das Bundesamt für Verkehr, für die Bushaltestellen sind der Kanton sowie die Gemeinden zuständig. Das formulierte Ziel kann nur erreicht werden, wenn alle involvierten Stellen am selben Strick ziehen. 

Hindernisfreiheit nützt allen

Nicht nur Personen mit einer Behinderung, auch Fahrgäste mit Kinderwagen oder schwerem Gepäck profitieren, wenn niederflurige Fahrzeuge im Einsatz und die Haltestellen hindernisfrei sind. Dadurch werden das Ein- und Aussteigen erleichtert und beschleunigt und die Zugänglichkeit des öffentlichen Verkehrs grundsätzlich verbessert. 

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Medienmitteilung als PDF

Behindertengerechter öffentlicher Verkehr im Kanton Zürich 2024 (PDF, 880KB)