Kapazitätsausbau für Zürcher S-Bahn: Planungen für Ausbauschritt 2030 beim Bund eingereicht

Medienmitteilung vom 27.11.2014 – Die Nachfrage auf der Zürcher S-Bahn wird bis 2030 deutlich zunehmen. Mit dem bereits gestarteten Projekt S-Bahn 2G (2. Generation) will der Zürcher Verkehrsverbund ZVV die notwendigen Kapazitäten schaffen, um die Nachfragesteigerung zu decken. Das Angebotskonzept für den Zeithorizont 2030 wurde heute beim Bundesamt für Verkehr (BAV) fristgerecht eingereicht. Schlüsselelemente sind unter anderem der Brüttenertunnel sowie der Ausbau des Bahnhofs Stadelhofen um ein viertes Gleis. Für die Finanzierung dieser Infrastrukturausbauten ist der Bund zuständig.

Die Zürcher S-Bahn bildet das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs in der Region Zürich und ist ein wichtiger Faktor für den Lebens- und Wirtschaftsstandort. Der Zürcher Verkehrsverbund ZVV hat heute die Nachfrageprognosen und sein Angebotskonzept für die S-Bahnen im Kanton Zürich für den Zeithorizont 2030 beim Bundesamt für Verkehr (BAV) eingereicht. Dies erfolgt im Rahmen des Verfahrens für den zweiten Ausbauschritt des strategischen Entwicklungsprogramms des Bundes (STEP).

Fokus: Notwendiger Kapazitätsausbau

Im Zentrum der Planungen steht die Abdeckung der steigenden Nachfrage bis 2030. Im Rahmen der 4. Teilergänzungen der Zürcher S-Bahn werden in den nächsten Jahren grosse Angebotsausbauten umgesetzt, die vielerorts eine spürbare Entlastung bringen werden. Doch auf zahlreichen Strecken zeichnen sich bereits wieder Kapazitätsengpässe ab, so insbesondere zwischen Zürich und Winterthur bzw. zwischen Zürich und der Region Oberland. Diese Engpässe sollen mit dem Projekt S-Bahn 2G bewältigt werden. Ein erster Ausbauschritt ist auf 2030 geplant. Auch für die übrigen S-Bahnen im ZVV-Gebiet (Sihltal-Zürich-Üetliberg-Bahn, Forchbahn) liegen entsprechende Konzepte vor.

Planung in Übereinstimmung mit gewünschter Raumentwicklung

Das Konzept S-Bahn 2G sieht eine innere S-Bahn und eine äussere Express-S-Bahn vor. Im Kernnetz verkehren Züge im hohen Takt mit Fahrzeugen, die mehr Stehplätze aufweisen und viele Türen für einen schnelleren Fahrgastwechsel besitzen. Die Express-S-Bahnen erschliessend weiter entfernte Gebiete und führen die Fahrgäste rasch ins oder durch das Zentrum. Diese Fahrzeuge besitzen weiterhin zahlreiche Sitzplätze. Das Konzept S-Bahn 2G unterstützt die angestrebte Raum- und Siedlungsentwicklung des Kantons Zürich, die eine Verdichtung in den Zentren und urbanen Gebieten anstrebt.

Infrastrukturausbau nötig und anerkannt – Finanzierung durch den Bund

Das Schienennetz in der Region Zürich ist stark ausgelastet. Für einen weiteren Angebotsausbau braucht es daher neue Bahninfrastruktur. Für das Angebotskonzept 2030 sind die wichtigsten Schlüsselelemente der Brüttenertunnel zwischen Zürich und Winterthur sowie der Ausbau des Bahnhofs Stadelhofen um ein viertes Gleis. Für diese wichtigen Projekte wurden bereits im Februar Projektierungskredite gesprochen, damit die Arbeiten rechtzeitig aufgenommen werden können. Hinzu kommen noch weitere Ausbauten verteilt im Kantonsgebiet.

Die Finanzierung dieser Ausbauten erfolgt aus dem Bahninfrastrukturfonds des Bundes. Der Kanton Zürich bezahlt künftig jährlich rund 117 Mio. Franken in diesen Fonds ein. 

FABI/STEP: Planungsregionen im nationalen Kontext

Am 9. Februar 2014 hiessen die Schweizer Stimmberechtigten die Vorlage über die Finanzierung und den Ausbau der Bahninfrastruktur (FABI) gut. Gemäss der neuen Regelung ist der Bund zuständig für die Finanzierung der Bahninfrastruktur. Die Kantone bleiben zuständig für die Planung der Angebotskonzepte.

Insgesamt sechs Planungsregionen reichen ihre Vorstellungen zur künftigen Angebotsplanung bis Ende November beim Bundesamt für Verkehr (BAV) ein. Anschliessend werden alle Eingaben in einer Gesamtbeurteilung koordiniert und bewertet, so dass ein kohärentes Netz entsteht. Der Bahninfrastrukturfonds (BIF) gibt den Rahmen – auch den finanziellen Rahmen – verbindlich vor. Das BAV hat die Aufgabe, die aus dem BIF verfügbaren Mittel zuzuteilen und zu priorisieren. Die Konferenz der kantonalen Direktoren des öffentlichen Verkehrs (KöV), in welcher die Regionen durch ihre politischen Mandatsträger vertreten sind, bekennt sich zum Prozess und den Rahmenbedingungen.

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