Der ZVV bewegt seit 1990

Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) wurde vor 30 Jahren ins Leben gerufen: Am 27. Mai 1990 rollte die erste Zürcher S-Bahn im Auftrag des ZVV über die Gleise. An normalen Tagen benützen heute über 1,8 Millionen Fahrgäste die S-Bahnen, Trams, Busse, Schiffe und die Seilbahn im ZVV. «Vernetzung» lautet seit 30 Jahren das Credo.

Am 27. Mai 1990 um 4.58 Uhr verliess der allererste Zug der Zürcher S-Bahn Rapperswil in Richtung Zürich. Damit wurde im Grossraum Zürich ein neues Zeitalter des öffentlichen Verkehrs eingeläutet. Der Kanton Zürich hatte fast eine Milliarde Franken in das erste S-Bahn-System der Schweiz investiert: Der Zürcher Hauptbahnhof wurde um einen unterirdischen Durchgangsbahnhof ergänzt, zwei neue Tunnels unterquerten die Stadt, neue Doppelspurstrecken wurden angelegt und fast 80 Bahnhöfe ausgebaut. Den Fahrgästen brachte die neue S-Bahn einen dichteren Fahrplan, neue Züge, mehr Sitzplätze und eine optimale Verknüpfung ans übrige Verkehrsangebot.

Foto, wie eine feierlich geschmückter Bahnwaggon am 27. Mai 1990 durch den Bahnhof Stadelhofen fährt.
Einweihung der Zürcher S-Bahn im neu gebauten Bahnhof Stadelhofen im Mai 1990

Erster Verkehrsverbund der Schweiz

Das Anrollen der S-Bahn war gleichzeitig der Startschuss für den Zürcher Verkehrsverbund. In der Vergangenheit transportierten verschiedene Verkehrsunternehmen im Kanton Zürich ihre Fahrgäste zu unterschiedlichen Preisen und Bedingungen. Wer vom Oberland einen Ausflug in den Zoo Zürich unternahm, benötigte bis zu drei verschiedene Billette. Die Eröffnung der S-Bahn und den damit verbundenen Angebotsausbau im ganzen Kanton nahm man darum zum Anlass, die Tarife zu vereinheitlichen und den öffentlichen Regionalverkehr besser zu koordinieren. Aufgaben, die ein Verkehrsverbund am effizientesten wahrnehmen konnte.
Die Idee eines Verkehrsverbundes war simpel: Alle Transportunternehmen im Kanton schliessen sich unter dem Dach des Zürcher Verkehrsverbundes zusammen. Sie erbringen weiterhin die Transportleistungen, der Tarif und das Angebot jedoch werden fortan vom Verbund festgelegt, der auch die Finanzierung des gesamten öffentlichen Verkehrs verantwortet. Die Idee kam an: 75 Prozent der Zürcher Stimmbevölkerung bejahten 1988 die Gründung des ZVV.

Ein Ticket für alles: Tarifzonen läuten eine neue Ära ein

Nicht nur der Verkehrsverbund war ein Novum, auch das Tarifsystem wurde komplett umgekrempelt. Im Mai 1990 wurde im Kanton Zürich der Zonentarif eingeführt. Man kaufte fortan keine Strecke mehr, sondern Zonen. In diesen kann man während der Gültigkeitsdauer des Tickets alle öffentlichen Verkehrsmittel frei benützen. Die Fahrgäste profitierten von einem erleichterten Zugang zum öffentlichen Verkehr dank einheitlicher Preise für alle Verkehrsmittel. Das tun sie heute noch.

Erfolgreich unterwegs

Der Erfolg liess nicht auf sich warten. Die Fahrgastzahlen im ZVV nehmen seit 1990 konstant zu. Die Passagierzahlen auf der S-Bahn haben sich seit der Einführung im Mai 1990 verdreifacht. Schon vier Mal wurde deshalb das S-Bahn-Netz erweitert. Darauf abgestimmt wurde auch das Tram- und Busangebot stetig ausgebaut. Unter der Regie des ZVV transportieren heute rund 40 Verkehrsunternehmen jährlich über 660 Millionen Fahrgäste auf einem 4850 Kilometer langen Streckennetz.